Die sächsische Art, Pfefferkuchen zu backen und zu formen - eine kleine private Geschichte

 

Als Kinder noch zuhause bei den Eltern, wurde in jedem Jahr vor Weihnachten enorm viel gebacken. Unsere Mutter verstand es, alle Kinder stets an den Koch- und Backherd zu locken und der Vater sorgte seinerseits auch dafür, dass wir reichlich Interesse an den kulinarischen Spezialitäten der Familie zeigten, die in den 40-er bis 60-er Jahren, aus schon damals recht alten Rezepten stammten.

 

Zur Vorweihnachtszeit produzierte unsere Mutti in ihrer Küche immer ganz feinen, straffen Teig mit unwahrscheinlich vielen Zutaten, die sonst im ganzen Jahr kaum bei anderen Back-Kreationen Verwendung fanden. Für uns Kinder sehr spannend, durften wir dabei sein, wurden die guten Zutaten nacheinander in eine große Teigschüssel gebracht und gemischt, als auch mit viel Kraft und Ausdauer von Hand geknetet bis gewalkt.

 

So entstanden jedes Jahr viele reich dekoriert-verzierte Pfefferkuchen. Bekannt sind solche jederzeit aus dem Handel und die Produktion renommierter Hersteller lässt wirklich nichts zu wünschen übrig: Traditionelle Rezepturen garantieren Qualität. Handelsübliche Pfefferkuchen, meist auch „Lebkuchen“ genannt, kommen optisch in perfekter Form glasiert mit Zuckerguss und oft üppigen Verzierungen auf die Verkaufstische.

 

Unsere privaten Pfefferkuchen folgen ebenfalls einer sehr alten Rezeptur, die den bekannten Verkaufsschlagern dieses Weihnachtsbackwerkes durchaus Konkurrenz machen kann, nur im äußeren Erscheinungsbild wollen wir unsere Pfefferkuchen anders und das kommt nicht von ungefähr:

 

Sie sehen aus wie Stücke, abgebrochen von einem Pfefferkuchenhaus: Die Form nicht regelrecht, sehr verschieden dekoriert, erscheinen die gebackenen Stücke ab und zu unterschiedlich hoch, was bei reiner Handarbeit kaum vermeidbar ist. Doch wir lieben diese Pfefferkuchen so. Es schwingt für uns dabei viel Erinnerung an die Pfefferkuchenhäuser mit, welche der Vater einst vor dem Weihnachtsfest mit uns zusammensetzte. Diese spannende Kleckserei mit Zuckerguss und allerlei Kleinbackwerk: Plätzchen, Kekse sowie mit Nüssen und Schokolade, machte uns sehr viel Freude. Selbst unsere kleinen Bäuche kamen dabei stets ins Lachen :-)

 

Die Pfefferkuchenhäuser bei uns zuhause wurden immer mit Selbstgebackenem auch dekoriert. Das ist heute weniger üblich. Inzwischen bewähren sich dabei vor allem im Handel erhältliche Dekorationszutaten, die auch ich nun verwende, da ich nicht in allen Jahren zum Fest noch viel andere Sachen backe. Meine Liebe gilt diesem Pfefferkuchenrezept und dessen fertigen Backergebnissen, wie sie hier auf etlichen Fotos ganz verschieden zu sehen sind.

 

In Mutters Küche tummelten sich etliche Jahrzehnte reichlich Kinder: Zuerst eigene, dazu dann Enkel, Urenkel, auch deren Freunde und Gäste. So kannten wir alle auch unsere Kindergeburtstage …

 

Damit möchte ich daran erinnern, dass in Nachkriegsjahren beileibe die Bäckerei zu Festen nicht so reichhaltig ausfiel als in den danach „besseren“ Jahren, die es auch in der DDR gab. Meine großen Geschwister kennen noch Pfefferkuchen mit Zutaten, die geringwertiger einzustufen sind als unsere heutigen.

 

Den sogenannten „Kunsthonig“ in imprägnierten Pappbechern, die sich aufrollen ließen wie heute die Papphülsen vorgefertigter Pizzateige, die es in Supermärkten zu kaufen gibt. Diesen „Ersatzhonig“, wie wir ihn nannten, gab es nur in fester Form. Deshalb wurde er zur Verwendung vorab stets geschmolzen (gewärmt), damit das Verarbeiten dann leichter fiel.

 

In den schlechten Zeiten der Nachkriegsjahre sahen auch die Dekorationen bei Pfefferkuchen ganz anders aus. Mutter behalf sich dabei mit Haferflocken, grobem Zucker und Nüssen, die auf dem Land der Garten spendierte. Zu meiner Zeit gab es allerdings längst wieder gute Süßwaren.

 

Was uns drei sehr unterschiedlich an Lebensjahren alten Geschwistern nun aus dieser Zeit der Weihnachtsbäckerei geblieben ist an gemeinsamer Erinnerung:

 

Pfefferkuchen nach unserer Mutter Art müssen aussehen wie abgebrochene Stücke von den beliebten Häuschen, die Vater mit uns jedes Jahr aus gebackenen Platten des Pfefferkuchenteigs zusammensetzte, den wir alle immer gern anrichteten und wie solche in unserer kindlichen Vorstellung auch in den Märchen, z.B. von Hänsel und Gretel vorkamen.    (©skb2015)

 

 

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