Bei den Soßen und Suppen sagte meine Mutter sehr oft, dass ich die „kosten“ dürfe und wollte anschließend von mir mein kindliches, später jugendliches Urteil dazu erfahren. Wahrscheinlich überlebte sich in mir diese Kochlöffel-Zeremonie eher schnell, dass ich zwar gern noch kostete, aber beim Alleinsein dann doch nicht noch Soßen oder Suppen naschte. Trotzdem geschah es regelmäßig, dass meiner Mutter auffiel, kam sie von ihrer Mittagsruhe in die Küche zurück und kontrollierte ihre warmgehaltenen Töpfe, vor allem ihre Soßen seien „dünner“, als sie diese aus der Zeit ihrer Zubereitung erinnerte.

Dann gab es regelmäßig Spektakel zwischen uns. Ich schmollte und grollte ihr deswegen häufig. Sie grollte mir dafür regelmäßig. Nicht in einem Fall „vernaschte“ ich ihre tollen Soßen. Mich reizten meist kleine Fleischstücke mehr oder etwas Blumenkohl, der aus unserem Garten stammte. Dann machte ich eines Tages eine ganz eigene Entdeckung, als ich zuhause für meinen Vater kochte und meine Mutter sich in der Klinik befand.

 

Zu welchen Speisen ich eine „Helle Grundsoße“ anrichtete, ist mir entfallen. Doch zeitlich passierte es mir, etwas frühzeitig mit dem Zubereiten der Mittagsmahlzeit fertig gewesen zu sein. Daher standen plötzlich auch meine Töpfe gewärmt auf dem Beistellherd, während ich anderen Dingen nachging. Mein Vater kam täglich mit einem Bus aus der Stadt von der Arbeit zurück. Gelegentlich verspätete sich der Bus. Also befand ich mich total im Zugzwang, wie sonst meine Mutter:

Essen warmhalten, nicht einbrennen lassen, daher möglichst selbst in der Nähe des Herdes verweilen. Topfdeckel rauf und Deckel wieder runter, hin und her dieses Spiel bis der Vater endlich kam. Voller Stolz präsentierte ich ihm meine kulinarischen Kreationen. Doch ach, meine Soße wirkte schwach und sehr dünn, richtig wässrig! In ihrer Menge nicht zu beanstanden, aber aller Geschmack dahin und die Konsistenz nicht erhalten geblieben, so schätzte ich an einem Tag die Sache ein. Meinem hungrigen Vater machte es nichts aus. Das Essen wurde gegessen und schmeckte. Unterschiede der Zubereitung bemerkte mein Vater nicht, da er sich insgesamt durch den Küchenfleiß meiner Mutter nie mit dem Kochen und seinen Umständlichkeiten als auch Raffinessen beschäftigen musste. Ich aber schämte mich wegen der zu dünnen Soße. Eventuell schämte ich mich auch vor meiner abwesenden Mutter, die gar nichts davon wusste. Jedenfalls suchte ich in mir nach Erklärungen für zu dünne Soßen. Die richtige Auflösung ergab sich dann fast von selbst:

 

In zugedeckte Speisen, die gewärmt werden, z.B. auf einem Herd, tropft Kondenswasser, das sich unter Topfdeckeln ansammelt, weil von unten Wärme zugeführt wird.

 

Nicht allen Speisen merkt man danach eine gewisse Verflüssigung an, bei Soßen und Suppen jedoch ist unvermeidlich, dass dieser Effekt beim Essen zur Wahrnehmung kommt. Des Pudels Kern im Kochtopf ... Wäre hätte es gedacht! Nicht einmal meine liebe Mutter. Sie erfuhr erst später davon. Gewissermaßen ging ich also spät noch als „rehabilitiert“ aus der Sache mit den dünnen Soßen und Suppen hervor.

 

Da ich bereits mit achtzehn Jahren nicht mehr zuhause wohnte, backte und kochte ich fortan in anderen Küchen. Mein erstes Gulasch kam nur um Haaresbreite daran vorbei, nicht mangels Bratensud für eine Tischmahlzeit abgelehnt zu werden. An jenem Tag, da ich für andere Leute kochte, packte mich der Ehrgeiz so sehr, dass ich aus purer Versagensangst den sich beim Anbraten bildenden Sud so lange kostete, bis davon gar nichts mehr übrig blieb. Dann füllte ich Wasser auf. Doch die Flüssigkeit nahm so gut als keine Färbung an, dass ich - wahrscheinlich vergesse ich es nie - diese schnell wieder abgoss, um anschließend die geschnittenen Bratenstücken nochmals in etwas Butter zu schwenken. Ich erhoffte mir davon einen Bräunungseffekt. Auf Kalorien ließ sich in solchem dummen Moment ohnehin nicht mehr achten. Verrückter geht es wohl nicht! Später empfand ich selber sogar als „mangelhaft“ und für mich sehr zu hinterfragen, wieso davon beim Essen keiner etwas bemerkte. Es ist mir gar nicht bekommen, ohne die faire Kritik anderer weiterhin am Kochtopf bzw. Backherd zu stehen. Erst etliche Jahre voran, konnte ich mich meiner „Wiederholungstaten“ des Naschens, der Ungeduld und des Ehrgeizes am Küchenherd sowie einiger anderer inakzeptabler Gewohnheiten für immer entledigen.

 

 

Noch etwas! Bitte weiterlesen

auf Seite 7 

Aktuelle Uhrzeit Deutschland
Ewiger Kalender
Besucherzaehler

LINK`s  nicht (R)echts !

Die Homepages von

Sascha-Kai Böhme (©skb)

Sonnenseiten - Foto(s) ©skb
Sonnenseiten - Foto(s) ©skb
Eingetragen und gepüft beim Webkatalog Schlaue-Seiten.de

Weitere LINK-Empfehlungen ...

          ... sollen folgen ...

 

LINKs werden gern gesammelt, jedoch nur aufgenommen, ist der Gestalter dieser Webseiten positiv davon zu überzeugen.

 

Wer gern hier auf diese Seiten verlinkt werden möchte, darf via des Kontaktformulars unter Angabe einer zu verlinkenden gültigen Webadresse darum bitten.

 

Vorbehalt:

Es werden nur Webseiten verlinkt, die geltendem deutschen Recht nicht entgegen stehen und nicht auch nur eines der der im Impressum dieser Homepage stehenden Ausschlusskriterien erfüllen. (skb)